Obst und Gemüse sehen nicht immer aus wie nach dem Photoshop. Im richtigen Leben ist es auch mal fleckig, vielleicht viel kleiner als die übliche „Handelsklasse“ und hat andere Formen, als die meisten Konsumenten kennen. Zwillingskarotten, Miniäpfel, unförmige Kartoffeln, zu sehr geringelte Zucchini und Gurken etc. – das alles hat die Natur vorgesehen und kommt sogar im konventionellen Landbau vor, trotz des Einsatzes von überzüchteten hybriden Sorten – oder gerade deshalb. Üblicherweise wandern Obst und Gemüse mit solchen Schönheitsfehlern gleich in den Müll oder bleibt am Feld liegen. Nachernteverluste nennt sich das im Fachjargon. In Europa schätzen verschiedene Studien diese auf 10 – 25% der gesamten Ernte.

Langsam werden Konsumenten und der Handel aber munter und man kommt drauf, dass auch kleine Äpfel schmecken, eine stärker gekrümmte Gurke im Salat nicht anders aussieht als gerade gewachsene, fleckige Tomaten ein ebenso köstliches Sugo ergeben und verrückte Kartoffelgewächse im Püree einfach nur Kartoffeln sind. Um den KonsumentInnen die Entscheidung zu erleichtern auch etwas anders aussehendes Obst und Gemüse zu kaufen gibt es natürlich den üblichen Anreiz durch Geld. 30% minus und schon ist der Apfel attraktiv genug für’s Kompott. Ich will hier keine philosophische Diskussion beginnen, ob dieser Zugang der richtige ist – wichtig ist, es funktioniert und die Ware wird verkauft und landet nicht am Müll!

Erfolgreichen Initiativen dazu gibt es in Frankreich (siehe Video) aber auch in Österreich unter dem Namen „Wunderlinge“ bei Rewe.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20131001_OTS0111/wunderlinge-bei-billa-merkur-und-adeg-rewe-international-ag-stellt-neue-eigenmarke-fuer-nicht-konformes-obst-und-gemuese-vor-bild

Weiterführende Fakten und Informationen:

https://www.wien.gv.at/umweltschutz/abfall/lebensmittel/fakten.html

http://fdcl-berlin.de/fileadmin/fdcl/Publikationen/Verlorene_Ernte/Verlorene_Ernte_lebensmittelverluste_fdcl_300.pdf