Ein persönlicher Rückblick auf das 1. Gastrosophicum in Eferding!

Bekanntlich neigt der Mensch dazu, ganz gerne mal bequem zu sein. Ich war es in gastrosophischer Hinsicht die letzten 4 Monate. Kein Beitrag auf meinem Blog der, das wichtig Thema Nachhaltigkeit bei Lebensmitteln zum Inhalt hatte, kein Rezept und nicht einmal kleiner Tipp.

Dieses Wochenende aber stand ganz im Zeichen des ersten Gastrosophicums! Und danke an die Veranstalter – jetzt bin ich wieder wach und spüre jeder von uns muss sich engagieren.

Habt Ihr im Juni den neuen Film von Valentin Thurn gesehen? „10 Milliarden: Wie werden wir alle satt?“ von Valentin Thurn. Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte das dringend nachholen! Auch in seiner Keynote beim Gastrosophicum berichtet der Filmemacher Valentin Thurn ohne Bewertung und ohne moralische Keule ganz klare nüchterne Fakten.

Es gibt zahlreiche (vermeintliche) Lösungsvorschläge der Agrarindustrie und der Chemiekonzerne, wissenschaftliche Forschung zur Herstellung unserer Nahrung im Labor aber auch starke Regionalbewegungen und Zusammenschlüsse für ökologischen Landbau, Recht auf Land und Ernährungssouveränität. Konträrer können die Vorschläge gar nicht sein, aber sie alle geben vor ein gleiches Ziel zu haben: die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren!

Das „Wie“ macht dabei den alles entscheidenden Unterschied.

  • Schonen die Produktionsmethoden die Umwelt?
  • Fördern und erhalten die Produktionsmethoden unsere natürlichen Ressourcen wie Böden, Wasser und Biodiversität
  • Ermöglichen sie den Menschen vor Ort Zugang zu Nahrung, Selbstversorgung und faire Entlohnung?
  • Stärkt die Nahrungsmittelproduktion eine Region und ihre Tradition?
  • Ermöglichen die Bedingungen in jedem Land Ernährungssouveränität?
  • Oder nutzt die Produktion kurzfristig die vorhandenen Ressourcen, laugt sie aus und lässt sie kaputt zurück?
  • Entwickelt sich durch die Produktionsmethoden Wachstum und Reichtum auf der einen Seite aber Armut und Rückgang auf der anderen Seite?
  • Entzieht die Produktion der Nahrungsmittel der Bevölkerung vor Ort ihr Land, ihr Saatgut, ihre Tradition und ihre Selbstbestimmung?

Man muss kein Studium absolvieren. In 103 kurzweiligen Filmminuten kann man sich einen Überblick verschaffen. Und dann sollte man handeln, kommunizieren und aufklären! Wie? Hier gleich ein erster Ansatz und ein erstes Beispiel:

Parlamentarische Bürgerinitiative Ernährungsbildung
Eine besonders wichtige Maßnahme erscheint mir dabei die Arbeit mit der Jugend. Ernährung muss zu einem Unterrichtsfach werden, um den Kindern von Anfang klar zu machen, dass wir über unser tägliches Essen das Wohl der Umwelt und der Menschen steuern können. Es gibt aus Oberösterreich eine „parlamentarische Bürgerinitiative Ernährungsbildung“. Egal, wer wo parteipolitisch steht – die Initiative ist großartig und sollte unterschrieben und verbreitet werden.

Mehr zur parlamentarischen Bürgerinitiative