Nichts macht mehr Lust auf Essen, Kochen und Genuss als eine oder mehrere unwiderstehlich frische, reife Zutat(en) . Wissen Menschen in Großstädten eigentlich, wie das so ist, mit erntefrischem Obst & Gemüse?

Wie Spargel nass tropft, frisch aus der Erde gestochen? Wie sonnenwarme, erntefrische Feigen duften und schmecken? Gestern hat mich wieder einmal die Qualität des Landlebens berührt und mich mit den letzten Feigen zu kulinarischen Höhenflügen inspiriert. Flammkuchen mit frischen Feigen & Ziegenkäse – wenn die Qualität der Zutaten passt, braucht’s nicht mehr…

Diese Form der Anregung zu spontaner Kreativität bekommt man nur dort, wo etwas wächst. Das liebe ich am Herbst in der Steiermark so sehr: Warme Sonnenstunden, kräftige Farben und unzählige reife Früchte. Gestern wurde ich reichlich beschenkt mit den letzten frischen Feigen aus Kapfenstein. Nicht mehr überreif und weich wie im Sommer, sondern fester aber durch und durch dunkelrot ausgereift – „physiologisch reif“ würden die Experten sagen 🙂

Daraus wurde heute Abend der einfachste und beste Flammkuchen des Jahres. Ich mache dazu einen einfachen Pizzateig aus Wasser, Mehl, Hefe und Salz. Dünn ausgerollt und auf ein Blech gelegt. Bestrichen mit einer 5 mm dicken Schicht aus herrlichem Ziegenfrischkäse, cremig gerührt. Dicht belegt mit Feigenstückchen – Feigen nicht schälen, nur den Strunk kürzen und in Sechstel schneiden. Darauf, wer will, noch locker ein paar dünne Scheiben Ziegencamembert verteilen und im vorgeheizten Rohr bei 240 °C 15 Minuten backen. Heiß in Stücke schneiden, mit Akazienhonig beträufeln und sofort servieren.