... und warum man ein ganzes Huhn verarbeiten sollte!
Sechs Monate keine Zeile! Aber die Lebensmittelwelt ist nicht so nachhaltig geworden, dass es keine Anregungen und kritischen Betrachtungen mehr gäbe, über die es sich lohnt zu berichten. Ich überwinde also meine Schreibhemmung und wähle heute ein Thema das mir wirklich schon lange am Herzen liegt: ein ganzes Huhn zu filetieren. Wir sollten uns angewöhnen, wenn wir Fleisch essen, ganze Tiere zu verarbeiten. Das ist nachhaltiger, ökonomischer und auch sozial fairer.
Warum sozialer?

Weil die westliche Welt fast nur Hühnerbrüste isst und verarbeitet – das Tier hat aber auch 2 Haxerl und 2 Flügerl. Und wenn es dann davon so viele gibt, dass man sie nicht einmal mehr zu Würsten verarbeitet aufbrauchen kann, dann landen sie als Tiefkühlware in der Dritten Welt. Dort werden die Flügerl-TK-Klötze dann so billig am Markt geworfen, dass kein afrikanischer Bauer mehr Hühner aufzieht und versucht am Markt zu verkaufen. Und schon wieder ist ein Bauer überflüssig geworden und ein Mensch arbeitslos in der Dritten Welt – das ist der Kreislauf an den wir denken sollten wenn wir Hühnerfilets kaufen. (Für alle interessierten hier ein Artikel dazu – wer es eilig hat, kann bei der Überschrift „Importhähnchen sind billiger“ einsteigen.)

Also zurück zum Huhn und wie man es filetiert.

Ein Huhn kann wunderbar auch im Single- oder Minihaushalt verarbeitet werden. Und es bietet ausschließlich köstliche Teile, die wir alle problemlos zubereiten können. Man muss sich nur einmal trauen und das Hühnchen zerlegen – und dann wird man sehen wie super eicht das ist. Die Anatomie Huhn ist nämlich perfekt, um das Tier sehr einfach in 6 Teile zu zerlegen.

Schritt 1: Flügerl entfernen – genau beim Gelenk. Ganz einfach und völlig logisch:

Schritt 2: Haut abziehen von den künftigen Filets und entlang des Brustbeins die beiden Filets links und rechts rausschneiden.

Schritt 3: Die beiden Haxerl abtrennen